Mehr Arbeitsplätze für Ältere
Über die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland beschäftigen keine über 50jährigen Frauen und Männer.
Eine besorgniserregende Entwicklung, welche selbst von den Unternehmen nicht bestritten wird.
Wie dies mit einer beschlossenen „Rente mit 67“ in Übereinstimmung gebracht werden kann, entzieht sich wohl dabei nicht nur meiner Kenntnis.
Aus dieser traumatisch zu nennenden Situation ist mittlerweile eine besorgniserregende Sachlage entstanden, welche alle politisch Verantwortung tragenden zum Eingreifen förmlich auffordert. Auch der Sozialverband Deutschland fordert in diesem Zusammenhang ein Umdenken und sofortiges Umsteuern, welches unseren Beschäftigtengrad bei älteren Arbeitnehmerinnen und -arbeitnehmern skandinavischen Verhältnissen, wo weit mehr als zwei Drittel dieser Altersgruppen einer Vollzeittätigkeit nachgehen, zumindest annähert. Ansonsten bekämen wir hierzulande eine Entwicklung, welche heut zutage bereits im Ingenieurbereich traurig zu nennende Wirklichkeit geworden ist: Es fehlen immer mehr deutsche Fachkräfte, was zu unabsehbaren Folgen für unseren wirtschaftlichen Aufschwung geführt hat.
Genau dies, also der Mangel an gut ausgebildeten und mit Erfahrung ausgestatteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern würde sich dann auch im „Senioren“ bereich unserer Arbeitnehmerschaft einstellen, wenn nichts geschähe.
Infolgedessen muss hier endlich- und zwar sehr bald- etwas stattfinden, denn gerade „Generation50 plus“ ist ja mittlerweile bei unseren Langzeitarbeitslosen überdurchschnittlich stark vertreten.
Soziale Verantwortung ist zwar für viele Unternehmer in den Zeiten der hemmungslosen Globalisierung scheinbar oder tatsächlich zum Fremdwort verkommen; dennoch: im ureigensten Interesse sollten sich diejenigen, auf diese Etikettierung zutrifft, von ihrer falschen Haltung trennen und auch dem „älteren“ Menschen im Arbeitsleben eine faire Chance geben!
Dr. Josef Haas
SoVD - Landesvorsitzender
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