SoVD Bayern
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Den Herausforderungen auch weiterhin trotzen
15. Landesverbandstag des SoVD- Bayern in Fürth
Sie war nicht zu übersehen: Unsere SoVD- Fahne, die – bestens erkennbar- am Mast die Delegierten und Gäste grüßte, welche am 21. April zum 15 Landesverbandstag das Fürther Hotel „Mercure“ aufsuchten.
Beredtes Zeichen dafür, dass der hiesige Landesverband- trotz aller Herausforderungen- auch weiterhin ein Zeichen seines Vorhandenseins im flächengrößten Land dieser Republik setzen will und wird.
Dabei lastet auf so manchen der Anwesenden ein recht schmal bemessen gewesenes Schlafpensum, welches das große SoVD- Begegnungskonzert in der Meistersingerhalle und das folgende kameradschaftliche Beisammensein in der Gastwirtschaft „Gleißhammerbräustübl“ verursacht hatte.
Dennoch –oder gerade deswegen?- gestaltete sich die Sitzung im Tagungssaal ebenso harmonisch wie unseren Problemen angemessen.
Diese Einschätzung bestätigte sich auch kurz nach 10 Uhr, als der Landesvorsitzender Dr. Josef Haas die mehr als 50 Delegierten begrüßen konnte, denen sich auch zahlreiche Gäste hinzugesellten.
Mit besonderer Herzlichkeit hieß er dabei unseren Präsidenten Alfons Bauer willkommen, der Zusammen mit Bundesschatzmeisterin Ingeborg Saffe, Brigitte Pitzke, Leiterin der Abteilung Finanzen beim BV, sowie Herrn Havermann bereits das Konzert besucht hatte.
Sie bestimmte auch die Grußworte der gastgebenden Orts- und stellvertretenden Landesvorsitzenden Christine Bachmeier, welche den Landestag als einen besonderen Höhepunkt für die Fürther SoVD- Organisation charakterisierte.
Anschließend bedankte sich 2. Bürgermeister Helmut Träger beim Sozialverband für die Durchführung seiner mit Neuwahl des gesamten Landesvorstandes verbundenen Deligierten- versammlung im tausendjährigen Fürth.
Dabei benutzte er die Gelegenheit seiner Begrüßungsansprache zur entschieden vorgetragenen Forderung nach Einführung von Mindestlöhnen. Schließlich müssten auch in Fürth hunderte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, trotz einer 40 Stunden Woche, mit derart niedrigen Einkommen Vorlieb nehmen, dass sie deswegen zur Beantragung von Lohnzusatzleistungen der öffentlichen Hand gezwungen seien. Dieser traurige Zustand betreffe inzwischen viele Lohnsparten. Eine derartige Realität könne aber nur als eines so reichen Landes wie der Bundesrepublik Deutschland absolut unwürdig bezeichnet werden!
Danach verschafften sich zunächst einmal lateinamerikanische Rhythmen, dargeboten durch mehrere Solisten aus der örtlichen Musikschule, die ihnen gebührenden Aufmerksamkeit.
Ihrer Frische und Lebendigkeit folgte jedoch bald der notwendige Kontrast in Form einer ungemein beeindruckenden Totenehrung, welche Landesfrauensprecherin Annelies Haaser- Schwalm vornahm.
Stellvertretend für alle in den vergangenen vier Jahren verstorbenen Mitgliedern erinnerte sie an die Landesvorstandsmitglieder Wilhelm Gschwandner, Klaus Okon und Dietrich Wolf, welche der Tod in diesem Zeitraum aus der Mitte der Solidargemeinschaft herrausgerissen hatte. Die von ihr für diese gestorbenen Kameraden angezündete Kerzen machten deutlich, dass alle Toten nach wie vor, wenn auch auf anderer Weise, Bestandteil des Verbandes geblieben sind. Wie auch im alltäglichen Leben der Tod oftmals direkt neben dem Leben steht, folgte unserer Erinnerung doch bald wieder die Konfrontation mit den Gegebenheiten und Schwierigkeiten unserer Zeit.
SoVD- Präsident Adolf Bauer war hierfür ja in jeder Hinsicht prädestiniert und nutzte daher seine Ausführungen vor den Delegierten und Gäste zu einer mehr als dreiviertelstündigen fundierten Auseinandersetzung mit den sozialen Schwachestellen sowie Brennpunkte unserer Republik.
Eine leidenschaftliche Abrechnung mit der kommenden Renteneitrittsalterheraufsetzung dokumentierte hierbei die trotz mittlerweile erfolgten Beschlussfassung durch die politischen Gremien unverändert negativ gebliebene Einstellung des Sozialverbandes Deutschland zu diesem Rentenkürzungsplan.
Einen weiteren Schwerpunkt setzte der SoVD- Spitzenrepräsentant dann in seiner kritischen Darstellung der sogenannten „Gesundheitsreform“, welche seiner Auffassung nach ausser weiter zunehmender Verbürokratisierung und steigender finanzieller Belastung der Versicherten eigentlich nichts gebrachte.
Dass Adolf Bauer mit dieser Bewertung bei der Delegiertenschaft des Landesverbandes Bayern hervorragend ankam, bewies der ihm für diese seine offenen Worte gespendeten Beifall, den es auch für die Zusicherung gab, dass der Bundesverband den kleinen Landesverbänden, wie bislang schon, die für ihre Arbeit benötigte finanzielle Unterstützung geben werde. Einen besonderen Stellenwert nehmen auch hier die Schulung der LV- Funktionäre ein. Hier unterbreitete er als Landesvorsitzender das Angebot, daran interessierte zu entsprechenden Informationsseminaren nach Niedersachsen einzuladen.
Die enge Verbundenheit der Bundesspitze mit Bayern stellte sodann Ingeborg Saffe in den Mittelpunkt ihrer Darlegungen, in denen sie zugleich auf die Notwendigkeit verwies, angesichts der komplizierten finanziellen Situation des Landesverbandes dessen Stabilität aufrechtzuerhalten. Dieser gleichfalls sehr beifällig aufgenommenen Grußrede folgte die einstimmige Wahl des Stellvertretenden mittelfränkischen Bezirksvorsitzenden Gerd Reinhardt zum Tagungsleiter des Landestages.
Seine erste Amtshandlung beinhaltete die Bestellung der Mandatsprüfungs- bzw. Wahlkommission. Mit den Kameraden Alfons Oberle, Udo Weller, dem Ehrenvorsitzenden Horst Kuschel, der Oberfränkischen Bezirksschatzmeisterin Brunhilde Kufner und ihrem Amtskollegen Rolf Talmon-Gros aus Mittelfranken konnten sofort geeignete Kräfte gefunden werden, die mit ihrer Tätigkeit einen wesentlichen Beitrag zum reibungslosen Ablauf der Landesversammlung leisten sollten.
Ungemein pointenreich gestaltete sich hernach der Rechenschaftsbericht des Landesvorsitzenden Dr. Josef Haas. Immer wieder rückte er dabei die drei Hauptprobleme der Landesorganisation ins allgemeine Blickfeld: Wenige Ortsverbände, zurückgehende Bereitschaft, sich als Funktionär im Verband zu engagieren, sowie die relativ geringe Mitgliederzahl des SoVD- Bayern. Hier müssten, um unserer verbandlichen Zukunft willen, rasche Lösungen gefunden werden. Die Delegierten seien also in jeder Weise gefordert und gefragt, in diesem Zusammenhang tragfähige Fundamente zu legen, Damit unser kleiner Landesverband auch weiterhin seinen Kampf um mehr soziale Gerechtigkeit fortsetzen könne.
Ob als Reichsbund oder Sozialverband Deutschland- stets hätte dieses Ringen um sozialen Ausgleich und ebensolchen individuelle Absicherung dem Verband die Richtung gewiesen, in die man sich sodann kompromisslos begeben habe. Alleiniger Kompass bleibe infolgedessen also auch weiterhin das Bemühen um mehr Menschlichkeit und Solidarität in einer oftmals schon der Gefühlskälte anheimgefallenen Gesellschaft, deren Grundaussage dennoch die eines „sozialen Rechtsstaates“ geblieben sei.
Im Bericht der Landesfrauensprecherin ließ Kameradin Annelies Haaser- Schwalm zahlreiche Aktivitäten aus Ihrem Berichtszeitraum Revue passieren, wo die Tätigkeit im SoVD- Bundesfrauenausschuss breiten Raum einnahm.
Nach einer gut einstündigen Mittagspause stand dann gleichsam alles im Zeichen der turnusmäßig erforderlich gewordenen Neuwahlen.
In geheimer Abstimmung wurde hier zunächst Dr. Josef Haas mit allen Delegiertenstimmen als Landesvorsitzender wiedergewählt.
Absolut einhellig auch das Votum für seine beiden Stellvertreter Christine Bachmeier und Helmut Langhans, welche 48 bzw. 47 Stimmen auf sich vereinen konnten.
50 bekam sodann der Landesschatuzmeister Walter Raßbach, dessen ausführlicher Finanzbericht die besonderen Verbandsverhältnisse angesichts zurückgehender Einnahmen und dennoch hoher Kostenlast nachvollziehbar vor Augen geführt hatte.
Nachfolgend erhielt Udo Weller das Vertrauen als neuer Schriftführer des Landesverbandes.
Diesen Wahlgängen der fast vollkommenen bzw. totalen Einmündigkeit für die Mitglieder des Geschäftsführenden Landesvorstandes folgte allerdings eine in jeder Hinsicht durch knisternde Spannung geprägte Entscheidung, bewarben sich zwei Delegierten um die Funktion der Landesfrauensprecherin.
Nach einer ausführlichen Vorstellungsrunde entschied dann hierüber die denkbar knappste Mehrheit in Gestalt von 25 gegen 24 Stimmen bei einer Enthaltung.
Diese Majorität erlangte die Amtsinhaberin Annelies Haaser- Schwalm, welche sich damit gegen ihre Herausforderin, die Vorsitzende des Ortsverbandes, Lautertal Barbara Hölzel, durchsetzen konnte.
Demgegenüber gestaltete sich die Ermittlung der Beisitzer, also der weiteren Landesvorstand-schaft, wieder sehr einmütig.
Hier erhielten weitere Bezirksvertreter, nämlich Anton Herburger (Niederbayern), Helmut Schneider (Oberpfalz), Werner Ascherl (Kreisverband Tirschenreuth), Alfons Oberle (KV- Miltenberg- Aschaffenburg) und Sylvia Oestereich (Bezirk Unterfranken) das Mandat, als Mitglieder des Landesvorstandes zu fungieren.
Rudolf Ehras, bislang Obmann der Revisoren, der dem Kassenbericht des Kameraden Walter Raßbach große Genauigkeit attestierte und deshalb die einstimmig erteilte Entlastung des SoVD- Landesführungsgremiums beantragt hatte, arbeitet – Ergebnis eines weiteren Delegiertenvotums erneut als Kassenprüfer.
Ludwig Grabmayer und Herbert Meiler werden ihm hier weiter zur Seite stehe, während Josef Beer als deren Stellvertreter zur Verfügung steht.
Die letzte Stimmabgabe galt der Findung des bayrischen Landesdelegierten zur Bundestagung Ende Oktober in Berlin.
Dieser Aufgabenbereich wurde Udo Weller übertragen, während Christine Bachmeier und Helmut Langhans als Ersatz fungieren.
Darüber hinaus schlug der 15. Landestag noch Annelies Haaser- Schwalm und dr. Josef Haas als Mietglieder für den Bundesfrauen- bzw. sozialpolitischen Ausschuss des Bundesverbandes vor.
Trotz hoher Temperaturen forderten nach diesen Wählervoten nun die Regularien der Antragsberatung mit ihren mitunter durchaus schweißtreibenden Tribut.
14 Anträge, vor allem zur Verbesserung der SoVD- Öffentlichkeitsarbeit und zur strikten Ablehnung der19prozentigen Mehrwertsteuer auf Medikamente, fanden hier breite Zustimmung und wurde folglich vom Landesverband an den Bundeskongress des Sozialverbandes Deutschland weitergeleitet.
Gegen 17:15 Uhr war dann alles geschafft, also Gelegenheit für ein kurzes Schlusswort des in seinem Amt bestätigtem Landesvorsitzenden Dr. Josef Haas.
Darin griff er noch einmal die Grundaussage des Landestages „Wahrhaftigkeit ist unser Markenzeichen“ auf, verheiße es doch ein kleiner LV sein Wollen und Tun letztlich doch einmal von einer größeren Zahl von Menschen honoriert bekommen werde.
Voraussetzung dafür bleibe aber ein langer Atem und die Beherzigung der Alten Volksweisheit „ Zuletzt stirbt die Hoffnung!“
