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Eine neue Provokation

02.01.2007

Daher: Kampf gegen die 'Rente mit 67'!

Wie schon zuvor von ihr angedacht, beschloss die Koalition ganz formell die allmähliche Heraufsetzung des Renteneintrittsalters, das nun zwischen 2012 und 2029 jedes Jahr einen Monat hinausgeschoben werden wird.

Infolgedessen können dann die ab 1964 Geborenen zukünftig erst mit 67 Jahren ohne Abzüge den Ruhestand antreten.

Diese- also die sogenannten „Abschläge“ – kristallisieren sich bei all dem als das eigentliche

Problem heraus.

Bestehen schon jetzt solche von insgesamt 18,3 Prozent bis ans Lebensende, sollte jemand auf die Idee kommen mit 60 seinen Arbeitsplatz Lebewohl zu sagen, ist dann, also ab 2030, eine weitere, und noch dazu drastische Rentenverminderung zugrunde zulegen. Da hilft auch die gleichsam als Trostpflästerchen verabreichte Mitteilung nichts, dass die 65jährigen immer noch ohne finanziellen Einbusen in Rente gehen könnten, wenn sie nur 45 Beitragsjahre hätten.

Angesichts der vollkommen unzureichenden Beschäftigung von über 50jährigen kann dies nur noch als billiger Taschenspielertrick der Bundesregierung bezeichnet werden. Angesichts dieser großen Herausforderung für kommende Rentengenerationen fordert der SoVD zunächst einmal die fühlbare Erhöhung der Arbeitnehmerzahl mit einer 5 vor dem Lebensjahr. Das für sie auf den Weg gebrachte Programm „50 plus“ kann hier nur in eine richtige Richtung weisen, ist aber als solches allein noch unzureichend, um eine fühlbare Verbesserung der Arbeitsmarktlage für ältere Menschen herbeizuführen.

Demgegenüber hat die ebenfalls geplante Heraufsetzung der Rentenaltersgrenze von Schwerbehinderten, welche dann bei 65, statt wie bis heute 63 liegen soll, unseren entschiedenen Protest hervorgerufen.

Gleiches gilt angesichts der Tatsache, dass es die „große Witwenrente“ erst mit 47, bislang 45 Jahren, gibt.

Als trauriges Fazit bleibt in diesem Zusammenhang eine weitere Rentenkürzung bei vielen Seniorinnen und Senioren, ausgelöst durch die jeweiligen individuellen Abzüge bei einer vor dem 67.Lebensjahr in Anspruch genommen Rente zu konstatieren.

Und dies obwohl bei den dafür in Frage kommenden ab 2011 mutmaßliche Rentenerhöhungen zur Hälfte mit bislang „kulanterweise“ unterlassenen Rentenkürzungen „verrechnet“ werden, was den sowieso durch die Mehrwertsteuerheraufsetzung von 16 auf 19 Prozent verursachten Kaufkraftschwung noch schmerzhafter als ohnehin schon zu Buche schlagen lässt.

Den meisten in die Jahre gekommenen Frauen und Männer wird also auch weiterhin ungeniert in die Tasche gegriffen, was unseren Sozialverband nur zu Kompromisslosen Widerstand gegen eine derart unsoziale Politik veranlassen kann und wird!

 

Dr. Josef Haas

SoVD-Landesvorsitzender




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