SoVD Bayern
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Für Patienten-, gegen Kapitalinteressen!
Nicht nur die aktuelle Rentenpolitik erfüllt den Sozialverband Deutschland, Landesverband Bayern, mit großer Sorge. Diese Befindlichkeit trifft leider auch auf die sich vollziehende Gesundheitsreform zu.
Grund für eine derartige Einschätzung ist dabei die erneute Belastung von chronisch Kranken, Älteren sowie Menschen mit Behinderung, also von Mitbürgerinnen und Mitbürgern, denen bereits durch das so genannte "Gesundheitsmodernisierungsgesetz" erhebliche finanzielle Lasten aufgebürdet worden sind.
Wie stellt sich nämlich für sie in diesem Zusammenhang die individuelle Situation dar?
In jeder Hinsicht negativ, fallen doch jetzt schon die vierteljährliche Praxisgebühr beim Arzt- bzw. Zuahnarztbesuch, Zuzahlungen bei Arzneimitteln und ein doppelter Beitrag zur Pflegeversicherung der Rentner sowie ein ebensolcher bei der Krankenversicherung der Betriebsrentner an.
All dies hat die Altersbezüge im Durchschnitt um 1,3 Prozent vermindert.
Bekanntlich müssen alle Rentnerinnen und Rentner darüber hinaus seit 2004 auf eine Anpassung ihrer Renten verzichten.
Infolge dessen darf es in einer derartigen, von ernormen persönlichen Belastungen geprägten Lage nicht noch die derzeit in der Diskussion befindliche weitere Praxisgebührenanhebung geben.
Gefordert bliebe überdies eine diesen Namen rechtfertigende Gesundheitsreform, bei der Gesetzliche und private Krankenkassen tatsächlich die gleichen Ausgangsbedingungen eingeräumt erhalten. Konkret hieße dies, dass wirklich alle in die GKV bzw. PKV aufgenommen würden.
Die heutigen Realitäten sind demgegenüber oftmals von einer Abschiebung chronisch Kranker in die gesetzliche Krankenversicherung geprägt, während jüngere und gut verdienende Frauen und Männer bei den privaten Kassen dominieren.
Außerdem sollte auch die PKV zum "Risikostrukturausgleich" herangezogen werden.
Desgleichen müsste über eine Angleichung der krankenversicherungsmäßigen Beitragsbemessungsgrenze an die der Rentenversicherung nachgedacht werden.
Vor allem aber ginge es nach wie vor, ja mehr denn je, um die Zurückdrängung des Einflusses der Pharmaindustrie auf die gesundheitspolitischen Entscheidungen, was in der Praxis dann beispielsweise sichtbare Reduzierungen bei der Medikamentenanzahl zustande brächte, wo sich die einzelnen Präparate in aller Regel nur durch ihre Bezeichnung nicht jedoch Wirkung voneinander unterscheiden.
Der SoVD wird eine derartige, allein an den Patienteninteressen orientierte Gesundheitsreform jedenfalls tatkräftig unterstützen!
Dr. Josef Haas
Landesvorsitzender Bayern
