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Nachholbedarf besteht woanders - Weg mit dem Nachholfaktor

Die rentenpolitische Diskussion der letzten Tage prägte ein ganz bestimmtes Wort:

Nachholfaktor. Darunter soll man wiederum die Absicht der Staatstragenden verstehen, später eigentlich aufgrund der Lohnentwicklung möglich werdende Rentenerhöhungen mit geringfügigen Anhebungen der Altersbezüge in einer Zeit der Lohnstagnation gleichsam verrechnen.

Damit wären allerdings ständige Rentennullrunden gleichsam vorprogrammiert. Darüber hinaus würde der damit verbundene Kaufkraftverlust dramatische Ausmaße annehmen.

Noch mehr ältere Menschen als ohnehin schon geschehen müssten sich mit erheblichen persönlichen Finanzproblemen auseinandersetzen.

Der Sozialverband Deutschland lehnt daher den Nachholfaktor energisch ab, vor allem auch deshalb, weil er in eklatanter Weise gegen eine am 31. Juli 2002 erlassene Entscheidung des Bundessozialgerichts verstößt, wonach das dauernde Ausbleiben von Rentenerhöhungen bei steigenden Löhnen den Artikel 14 des Grundgesetzes verletzt, der den individuellen Eigentumsschutz hoch gewichtet.

Notwendig wäre stattdessen eine aktive Arbeitsmarktpolitik, welche wirklich Beschäftigung schafft, die auch tatsächlich diesen Namen verdient. Demgegenüber propagieren die Parteien der großen Koalition das Modell der " Ein-Euro-Jobs" für Erwerblose. Genau diese Konzeption wirkt sich allerdings in jeder Hinsicht rentenmindernd aus, beeinflussen doch diese Beträge die Lohnsumme und führen somit in der Realität eine Rentenkürzung herbei.

 

Dr. Josef Haas
Landesvorsitzender Bayern




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